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Pinterest bietet tolle Möglichkeiten, Autoren im Buchmarketing zu unterstützen. Sandra Schindler, selbst Kinderbuchautorin, gibt Tipps, wie Autoren Pinterest nutzen sollten.

5 Dinge, die Buchmarketing und Pinterest gemeinsam haben

Warum Autoren Pinterest nutzen sollten

Für mich als Kinderbuchautorin ist es wichtig, nah an der Zielgruppe zu sein. Okay, von Zielgruppe Nummer 1, den Kindern, habe ich automatisch immer ein paar Exemplare im Haus. Aber auch der Kontakt zu Zielgruppe Nummer 2, den Eltern, ist mir wichtig. Viele Eltern, die ich kenne, bloggen. Und immer und immer wieder hörte ich von diesen Elternbloggern: „Pinterest ist das neue Facebook, Sandra. Das musst du nutzen!“

Gerade mal 3 Monate ist es her, dass ich mich deshalb bei Pinterest angemeldet habe. Die Urgesteine sagen, es dauert zwischen einem halben und einem ganzen Jahr, bis sich auf Pinterest nennenswerte Erfolge abzeichnen. Erstaunlicherweise kann ich aber schon jetzt das Wachstumspotenzial erkennen. Von den Eltern, die mich in den Social Media suchen, findet mich der Großteil über Facebook. Aber Pinterest holt auf und belegt bereits Platz 2 meiner Social-Traffic-Kanal-Bestenliste.

Liebe Autoren, ich weiß, viele von Ihnen lieben das Buchmarketing nicht besonders, aber langfristig werden Sie um Pinterest nicht herumkommen.

Warum? Weil Pinterest super Möglichkeiten bietet, Ihr Buchmarketing zu unterstützen. Zwischen Buchmarketing und der Präsenz auf Pinterest gibt es sogar viele Gemeinsamkeiten. Ich fasse für Sie fünf zusammen:

#1 Mit Pinterest aus der Masse herausstechen

So wie eine gute Buchhändlerin oder auch das Internet Ihnen helfen kann, mit Hilfe der richtigen Stichworte Kunden für Ihre Bücher zu finden, so kann Pinterest das auch.

Immer mehr Internetnutzer greifen auf Pinterest statt Google zurück, wenn sie bestimmte Dinge suchen. Weshalb? Weil sie mit der Suchmaschine Pinterest schneller erkennen, ob sie das, was sie suchen, auch gefunden haben. Denn anhand der hübschen Bilder in Kombination mit Text erkennt man sehr schnell, ob der Artikel hinter dem Pin einem weiterhelfen könnte und sich der entscheidende Klick auch wirklich lohnt. Kein mühsames Durchforsten von Texten oder reinen Bilddateien mehr.

Noch ist Pinterest, was uns Kinderbuchautoren betrifft, quasi leer. Ja, es gibt Buchtipps, aber das war’s dann auch schon. Was aber, wenn ich zum Beispiel sofort gefunden werde, wenn jemand bei Pinterest die Schlagworte „Kinderbuch“ und „Eingewöhnung“ oder „Kinderbuch“ und „Trennungsangst“ eingibt?

Dann landen die Suchenden auf meiner Seite. Und wenn sie dort qualitativ hochwertige Artikel finden, folgen sie mir vielleicht in den Social Media, um zu sehen, wie ich ticke. Oder – wenn es akut ist – lesen sie die Rezensionen bei Amazon und kaufen daraufhin gleich mein Buch, von dem sie ohne Pinterest niemals gehört hätten.

#2 Ein Bild sagt mehr als 1000 Worte

Mit einem schlechten Cover wird selbst das beste Buch nicht wahrgenommen. Genau wie mit schlechten Pinterest-Bildern auch der beste Autor untergeht.

Wer einmal gesehen hat, wie ein gutes Buch trotz super Inhalt wegen des Covers scheitert, der hat gelernt, wie wichtig eine ansprechende Optik ist. Wenn Sie ein hübsches Cover haben, dann ist Pinterest Ihre Gelegenheit, es immer wieder zu präsentieren. Und wer weiß, vielleicht gibt es sogar den einen oder anderen Besucher, der sich allein aufgrund des Covers in Ihr Buch verliebt?

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Übrigens: Dank Canva schaffen es selbst Technikphobiker wie ich, innerhalb von wenigen Minuten einen halbwegs in Ordnung aussehenden Pin zu erstellen. Durch die immer gleiche Optik entsteht bei denjenigen, die mich kennen, ein Wiedererkennungswert. Sie wissen: Wenn ich die pink gerahmten Pins mit der Erdbeere sehe, dann finde ich dazu auch irgendwo einen halbwegs ansprechenden Text. Dadurch entsteht von mir als Marke bzw. Autorin mit der Zeit das Bild von verlässlicher Qualität.

So wie ein Buch nach seinem Cover beurteilt wird, müssen wir Autoren damit rechnen, nach unseren Pins beurteilt zu werden. Zwar wäre es schön, einfach den ganzen Tag nur schreiben zu können, aber heutzutage ist all das Drumherum genauso wichtig. So wie eben auch der optische erste Eindruck.

#3 Hilfreich sein

Wer im Netz oder auch im echten Leben immer nur: „Hier bin ich!“ schreit, erreicht genau das Gegenteil. Auch bei Pinterest.

Hilfreich zu sein, heißt vor allem, sich selbst nicht ständig in den Vordergrund zu stellen. Das typische Phänomen auf vielen Autorenfanseiten auf Facebook: Es geht immer nur um die eigenen Bücher, die eigenen Lesungen, die eigenen Erfolge. Ganz ehrlich? Das langweilt. Gut, wenn Sie es schon in die Promi-Riege geschafft haben, dann ist alles, was Sie tun, für die Fans spannend, aber bis es so weit ist, interessiert sich – so hart es klingt – kaum jemand für Sie.

Wem folgen Sie denn selbst gerne? Mich interessieren diejenigen Menschen, die etwas Positives, die Altruismus und Freude am Leben ausstrahlen. Wenn man ihre Fanzahlen anschaut, geht das anderen ebenso. Und was machen diese Leute? Sie sind hilfreich. Nicht nur durch das, was sie schreiben, sondern auch durch die Informationen, die sie im Netz streuen.

Wie funktioniert das Hilfreichsein auf Pinterest? Dadurch, dass man auf den eigenen Pinboards interessante Inhalte anbietet. Natürlich dürfen und sollen das auch die Artikel über die eigene Person bzw. die eigenen Bücher sein, aber auch hier gilt die Marketingregel: 20 % eigene Inhalte posten, 80 % fremde. Wer unter Ihren Pins immer wieder spannende Impulse findet, kommt sicher gerne wieder.

#4 Über Umwege zum Ziel

Ein Autor als Marke besteht nicht nur aus seinen Büchern, sondern auch aus seinen Interessen.

Ich weiß nicht, wie das bei Ihnen mit dem Einkaufen ist, aber wenn ich nur mal schnell im Bioladen Oliven, Äpfel und Schupfnudeln kaufen will, dann kann ich mir das noch so sehr vornehmen – ich komme trotzdem mit einem bis oben beladenen Wagen an der Kasse an.

Genau so ist es auch im Netz, oder? Vielleicht bin ich nur mal fix auf der Suche nach Erdbeerohrringen, finde welche unter den Pins. Dann entdecke ich: Da hat doch jemand ein ganzes Board voll mit Erdbeerkram – und schon klicke ich mich durch das ganze Board und lege allen möglichen Artikel in meinen virtuellen Einkaufswagen. Und ich fange vielleicht auch an, mich für die Person hinter bestimmten Produkten zu interessieren.

Man weiß nie, welche schrägen Umwege die Menschen nehmen, um bei Ihnen zu landen, deshalb: Wenn Sie irgendwelche besonderen Hobbys oder Interessen haben – und ziemlich sicher dazu irgendwann ein passendes Buch haben werden (oder vielleicht auch schon haben), dann legen Sie sich eine entsprechende Pinnwand zu.

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Es muss eigentlich noch nicht mal ein Buch sein. Vielleicht ist es auch einfach ein Thema, zu dem Sie etwas Spannendes zu sagen haben. Ich sage zum Beispiel öfter mal was zu veganer Ernährung. Wer dafür ein offenes Ohr hat und auch noch Kinderbücher mag, der landet vielleicht über einen veganen Umweg bei mir. Woher die Menschen kommen, ist egal, das Wichtige ist: Sie sind da!

Was ist Ihr Spezialthema, mit dem Sie sich supergut auskennen? Zeigen Sie es nicht nur Ihren Fans in den Social-Media-Kanälen, sondern auch Ihren Pinterest-Followern.

#5 Worte, Worte, nichts als Worte.

Sagte schon Shakespeare. Klar sind Worte das Wichtigste am Buch. Aber sie sind auch mit das Wichtigste an funktionierenden Pins.

Ich kann noch so ein schönes Bild pinnen. Wenn die Worte nicht catchy genug sind, kommen die Pinterest-Nutzer nicht mal so weit, dass sie Ihren Artikel lesen.

Daher: Je mehr Neugier ein Pin macht, desto besser. Auch die zugehörigen Schlagwörter (und neuerdings auch Hashtags) sollten mit Bedacht gewählt werden. Vielleicht möchten Sie, dass Ihre Kinderbücher irgendwann mal in einem Atemzug mit denen von Michael Ende genannt werden? Dann rezensieren Sie doch auf Ihrem Blog öfter mal Bücher von Michael Ende – unter denen dann Ihr Autorenname steht. Auch so werden neue Leser auf Sie aufmerksam. Und sollten sie dann tatsächlich Ähnlichkeiten im Schreibstil erkennen, werden sie vielleicht nicht nur Michael Endes, sondern auch Ihr Fan.

Bonustipp: Gedächtnisstütze

Besonders praktisch: Wenn man sich im Internet als Autor zu Recherchezwecken durch relevante Artikel wühlt, musste man sie früher als Lesezeichen setzen oder sonst irgendwie abspeichern. Heute kann man Artikel stattdessen einfach pinnen und in den eigenen Boards ablegen, damit man sie hinterher auch wiederfindet.

Sprich: Wenn ich ein Buch mit einem Windhund als Protagonist plane und deshalb auf verschiedenen Hundeseiten recherchiere, lege ich mir das alles in ein offen einsehbares Board namens „Windhunde“ ab.

Wenn mein Protagonist allerdings streng geheim ist, kann ich auch zu Recherchezwecken erst mal ein unsichtbares Pinboard anlegen – und dieses erst veröffentlichen, sobald das entsprechende Buch offiziell draußen ist und ich auch unter dem neuen, ehemals geheimen Stichwort gefunden werden möchte.

Viel Erfolg auf Pinterest und beim Buchmarketing im Internet wünscht

Sandra Schindler

Über die Autorin:

5 Dinge, die Buchmarketing und Pinterest gemeinsam haben 1Sandra Schindler schreibt Kinderbücher, die ebenso Off-Mainstream sind wie sie selbst.

Ihre Protagonisten sind außergewöhnlich. Mal, weil sie Langzeitstillkinder sind („Der kleine Milchvampir“), mal weil sie mehr Schwierigkeiten haben als andere, sich in neuen Situationen zurechtzufinden („Flim Pinguin im Kindergarten“), mal weil sie empathischer handeln als andere oder ihre Hochsensibilität erst noch als Gabe erkennen müssen. Mal, weil sie einfach anders sind als der Rest der Welt.

Sandra bloggt nebenbei über ihr Leben als alternative Mutter und alles, was sie beschäftigt, besonders: gesunde Ernährung, bedürfnisorientierte Erziehung, Attachment Parenting, Liebe, Psychologie, Kinderbücher und das Schreiben allgemein, Ökologie, Spiritualität – und ganz selten auch über Marketing. Mehr auf https://www.sandra-schindler-schreibt.de/

Hier geht’s zu Sandras Pinterest-Profil.

Bilder: Ruth Frobeen, Stock Snap

Bub liest Buch und freut sich lachend