Aktualisiert: 30. Januar 2024


Weißt du, welche Pins wirklich Traffic auf deine Webseite bringen? Nachdem Pinterest oft Wochen oder sogar Monate braucht, bis ein Pin gereift ist, ist dies nicht so schnell auszumachen. Hier erfährst du, wie du die Zahlen in Google Analytics 4 richtig interpretierst.

So siehst du den Pinterest Traffic in Google Analytics 4

Pinterest Traffic kann sehr volatil sein. Das bedeutet, dass er oft auch einer gewissen Saisonalität unterliegt. Nachdem Pinterest kein so schnelllebiges Medium wie Twitter oder Facebook ist, sind Schwankungen auch oft nicht auf Dinge zurückzuführen, die du vor kurzem gemacht hast. Vielmehr kann ein Rückgang oder eine Steigerung mit Pins zusammenhängen, die du vor Monaten gepinnt hast.

Die Voraussetzung dafür ist, dass du Google Analytics 4 schon seit längerem benutzt, sodass du auch Zahlen aus der Vergangenheit ansehen kannst.

Wie viele Nutzer bringt dir Pinterest?

Google Analytics 4 ist mehr als nur eine hübsche und neue Oberfläche für das bisherige Google Analytics.

In GA4 findest du viele neue Konzepte für das Erfassen und Analysieren von Daten.

Ein neues Konzept ist, dass GA4 stärker auf Nutzer und auf die Customer Journey ausgerichtet ist, als auf Sitzungen und Seitenaufrufe. Deshalb solltest du in erster Linie analysieren, wie viele Nutzer du mit Pinterest auf deine Website bringst.

Dafür verwendest du am besten der Bericht unter BerichteLebenszyklusAkquisitionNeu generierte Zugriffe.

In diesem Bericht siehst du die Gesamtanzahl aller Nutzer, die deine Website von einem bestimmten Channel besucht haben – unabhängig davon, ob es sich dabei um neue oder wiederkehrende
Besucher handelt.

Für diesen Bericht erstellst du nun einen Vergleich für Pinterest – damit vergleichst du den Pinterest Traffic mit anderen Channels:

  • Klicke dazu bitte oberhalb des Berichtstitels auf Vergleich hinzufügen.
  • Klicke nun in der Seitenleiste einmal in die Dropdown-Liste und wähle dort bitte die Dimension Sitzung – Quelle.

 

Gib danach in der Liste Dimensionswerte den Text Pinterest ein. Die Groß-/Kleinschreibung ist dabei nicht relevant.

Ganz oben in der Liste erscheint nun der Text Alle Werte, die “pinterest” enthalten. Klicke einmal auf diesen Text.

 

  • Klicke danach rechts unten in der Seitenleiste auf Übernehmen.

Dadurch wird der Vergleich angewandt. Die Seitenleiste Vergleiche bearbeiten kannst du nun durch einen Klick auf das “X” rechts oben schließen.

Danach wird der Traffic der Channels nach dem ausgewählten Vergleich aufgeschlüsselt: Einmal für alle Nutzer – unabhängig von deren Herkunft und einmal für Pinterest. Scrolle nun etwas nach unten zum Channel Organic Social, in dem der Pinterest Traffic erfasst wird.

 

Damit siehst du nun auf einen Blick:

  • Wie viele Nutzer deine Website vom Channel Organic Social insgesamt besucht haben.
  • Wie viele Nutzer deine Website von Pinterest besucht haben.

Darüber hinaus kannst du auch gleich Messwerte wie Sitzungen, EngagementRate, Engagement-Dauer und Conversions analysieren: Denn Nutzer bringen nicht viel, wenn sie nicht mit deiner Website und den Inhalten interagieren oder konvertieren.

Du willst nur die Daten von Pinterest – ohne Vergleich – sehen?

Entferne in den Vergleichen oberhalb des Berichtstitels den Vergleich Alle Nutzer durch einen Klick auf das “X” neben dem Vergleich. Damit werden nur mehr die Daten von Pinterest angezeigt.

 

Wenn du wieder alle Daten sehen willst, entferne den Vergleich für Pinterest.

Damit wird automatisch wieder der Vergleich für Alle Nutzer hinzugefügt und du siehst wieder alle Daten.

Du willst herausfinden, wieviel neue Nutzer dir Pinterest gebracht hat?

Verfahre dafür genau so wie in diesem Kapitel beschrieben, allerdings für den Bericht zur Nutzergewinnung. Dieser Bericht enthält nur Daten für neue Besucher deiner Website; und das sind alle Nutzer, die GA4 noch nie zuvor auf deiner Website gesehen hat.

Achtung: Falls du den Bericht zur Nutzergewinnung verwendest, erstelle den Vergleich dort für die Dimension Erste Nutzerinteraktion – Quelle und nicht für Sitzung – Quelle.
Statt den Vergleichen kannst du allerdings auch Filter in den Standardberichten verwenden. Das sehen wir uns im nächsten Kapitel an.

Welche Landingpages haben den meisten Traffic von Pinterest?

Öffne dafür bitte den Landingpage Bericht unter BerichteLebenszyklusEngagementLandingpage.

Nun kannst du für diesen Bericht auch einen Vergleich erstellen, genau so wie im letzten Kapitel beschrieben.

Es gibt allerdings noch eine andere Möglichkeit: Die Filter. Filter funktionieren sehr ähnlich wie Vergleiche.

Die zwei wesentlichen Unterschiede zwischen Filtern und Vergleichen sind:

  • Du kannst in einem Bericht mehrere Vergleiche (z.b. für Channels) verwenden, aber nur einen Filter.
  • Vergleiche bleiben beim Wechsel von einem Bericht zu einem anderen bestehen, Filter allerdings nicht.

Um nun einen Pinterest-Filter für den Landingpage-Bericht zu erstellen:

Klicke unterhalb des Berichtstitels auf Filter hinzufügen.
Wähle nun, genau wie bei den Vergleichen, die Dimension Sitzung – Quelle und gib darunter unter Dimensionswerte den Text Pinterest ein und klicke danach in der Liste auf Alle Werte, die “Pinterest” enthalten.

Klicken Sie nun bitte rechts unten auf Übernehmen. Nun wird der gesamte Bericht nach der Quelle Pinterest gefiltert und nur die Landingpages angezeigt, die Nutzer durch einen Pin von Pinterest besucht haben.

Natürlich kannst du auch im ersten Beispiel dieses Beitrags statt Vergleichen einen Filter verwenden – je nachdem, was du genau analysieren möchtest.

Welche Pins bringen den meisten Traffic von Pinterest?

Einen direkten Verweisbericht wie in GA3 gibt es in GA4 nicht mehr – er wäre auch nicht mehr nützlich, da er nur mehr die Verweisdomain enthält, aber nicht mehr den vollständigen Verweispfad inklusive des Pins.

Das ist allerdings nicht die Schuld von GA4, sondern der modernen Webbrowser, die für eine höhere Privatsphäre unter bestimmten Umständen die Verweisquelle auf die Domain reduzieren.

Daher lässt sich die Performance der Pins, die beispielsweise Konversionen bringen, nur mehr über durchgängiges UTM-Tagging ermitteln.

Erfreulich: Google bietet ein Tool, mit dem du sehr einfach URLs mit UTM-Parametern erstellen kannst.

Mit dem Campaign URL Builder kannst du den einzelnen Links UTM-Parameter hinzufügen und so einfacher sehen, welche Kampagnen, Pin-Designs oder Pin-Inhalte Nutzer oder Conversions bringen.

Du erfassst dabei mit benutzerdefinierte URLs Kampagnendaten, die die Gesamteffizienz auswerten lassen.

Für Pinterest benötigst du eigene UTM-Parameter für jeden Pin. Damit machst du Unterschiede zwischen verschiedenen Pingrafiken in den Google Analytics sichtbar.

Das ist zwar zu Beginn etwas mehr Arbeit, wird sich jedoch langfristig lohnen, wenn du gute Auswertungen machen möchtest.

UTM-Parameter für Pinterest erstellen – so geht’s 

Schritt 1 – UTM Code für Pinterest erstellen

  1. Ruf den Campaign URL Builder auf und überlege dir, nach welchem System du zukünftig tracken möchtest. Am besten notierst du dir die einzelnen Parameter in einem separaten Dokument, damit du immer weißt, was du verwenden musst. Achte dabei unbedingt dabei auf die Schreibweise, denn hier reagiert selbst Groß- und Kleinschreibung!
  2. Kopiere die URL, die du für den jeweiligen Pin benötigst in das Feld Website URL.
  3. Trag ins Feld Campaign Source den Text pinterest ein.
  4. Trag ins Feld Campaign Medium den Wert social ein.
  5. Ins Feld Campaign Name schreibst du einen frei wählbaren, aussagekräftigen Kampagnenamen (Bsp. schnelle-rezepte-2023 für einen Foodblog).
  6. Das Feld Campaign Term musst du nicht ausfüllen, denn es wird meist nur für die Google Ads Keywords verwendet. Allerdings kannst du es trotzdem für Pinterest nutzen, indem du hier beispielsweise das Thema eines Pins wie haehnchen-suess-sauer (für ein Rezeptblog) einträgst.
  7. Bei Campaign Content trägst du beispielsweise die Bezeichnungen für das Werbemittel ein. Bei Pinterest kann das der Name für ein Pindesign sein.
  8. Aus dem Feld, wo die neue, verlängerte URL dann generiert wurde, kopierst du diese dann einfach heraus und kopierst sie in deinen Pin in das Feld für die URL.

Das Beispiel am Bild ist die URL für diesen Beitrag. Dabei steht der Campaign Name für das Thema „Schnelle Rezepte“ im Jahr 2023 und der Campaign Content für ein Pindesign mit Vollbild.

Wenn es für diesen Beitrag drei verschiedene Pingrafiken gibt, dann bekommt jede Grafik im Campaign Content eine eigene Bezeichnung. So kannst du später einfach nachvollziehen, welche Grafik besser funktioniert.

Tipp: Achten Sie unbedingt auf die Groß- und Kleinschreibung. Source und Medium solltest du in jedem Fall klein schreiben, weil es sonst nicht automatisch zuordenbar ist.

Das Taggen mit UTM-Parametern funktioniert beispielsweise auch für Matomo.

Schritt 2 – Daten in Google Analytics 4 auswerten

Nach einiger Zeit kannst du deine Daten dann bequem in GA4 auswerten.

Dazu nutzt du beispielsweise den Bericht Neu generierte Zugriffe:

  • Wechsle zunächst die primäre Dimension in der Dropdown-Liste auf Sitzung-Quelle. Damit siehst du, woher der Traffic stammt.
  • Aktiviere eine sekundäre Dimension indem du auf das Plus-Symbol klickst.
  • Möchtest du sehen, welches Pindesign (utm_content) gut funktioniert, suche dir in der Dropdown-Liste die Dimension Sitzung – manueller Anzeigeninhalt.
  • Möchtest du stattdessen sehen, welcher Pin-Inhalt (utm_term) gut funktioniert, suche dir stattdessen in der Dropdown-Liste die Dimension Sitzung – manueller Begriff.

 

Nun filterst du den Bericht noch nach pinterest. Damit siehst du, welche Inhalte (utm_term) oder welche Pindesigns (utm_content) Nutzer und Conversions bringen.

Ein Beispiel: Du hast in jedem Blogpost eine Newsletteranmeldung eingebaut. Setze in Google Analytics 4 die erfolgte Newsletter-Anmeldung als Conversion und du siehst dann hier in den Zahlen, welche Pins dafür am besten geeignet waren.

Notiere dir die Top 25 Pins, die dir die meisten Zugriffe gebracht haben und versuche Muster zu erkennen. Unterliegen die Inhalte des Pins einer gewissen Saisonalität oder haben die Pins Gemeinsamkeiten wie Farben, Motive etc.

Welche Schritte kannst du anhand einer Zahlenauswertung setzen?

All die Zahlen ergeben nur dann Sinn, wenn du daraus für dich weitere Strategien und ableitest und Dinge festsetzen, die du verbessern möchtest. Das kann einerseits „mehr von guten Inhalten“ sein, andererseits findest du so vielleicht auch heraus, was du ändern kannst.

Ein paar Vorschläge:

Welche Entscheidungen kannst du anhand dieser Zahlen treffen?

Du kannst damit wunderbar unterschiedliche (z.B. nach Jahreszeit) Kampagnen vergleichen. Mit der Zeit kann dir das helfen, deine Inhalte zielgruppenorientierter und für das Medium Pinterest passgenau zu erstellen. Auch Split-Tests einzelner Grafiken sind hier perfekt ablesbar.

Über den Autor
Google Experte Christian Feichtner unterstützt Selbstständige und Unternehmen dabei, SEO und Web-Analytics selbst in die Hand zu nehmen: Online-Kurse (z.B. einem Google Analytics 4 Video Kurs für Anfänger), Workshops oder „er macht’s für dich“ sind dabei beliebt in seinem Portfolio.

Du findest seine Website unter basedonanalytics.com,  oder folgst ihm auf Pinterest, Facebook und LinkedIn.
Wer Unterstützung bei der Einrichtung von Google Analytics 4 braucht, ist bei ihm an der richtigen Adresse!