Auf einem Holztisch steht ein Laptop, auf dem ein Pinterest-Profil zu sehen ist, daneben steht eine Tasse Kaffee; über dem Bildschirm liegt eine grüne Folie mit der Aufschrift „7 ZEICHEN EINER VERALTETEN PINTEREST-STRATEGIE“.

Neulich habe ich mir das Pinterest-Profil einer Kundin angeschaut. Nach zehn Sekunden wusste ich, in welchem Jahr ihre Strategie stehen geblieben ist (irgendwo zwischen 2018 und 2020).

Auch ich komme aus der Zeit, in der es wichtig war, in möglichst vielen Gruppenboards dabei zu sein. 
Heute läuft mein Pinterest anders. Es bringt mir jeden Monat stabil Besucher auf meine Website, und ich verbringe dafür gerade mal maximal eine Stunde alle zwei Wochen auf der Plattform.

Am 17. September 2026 stand Pinterest-Chef Bill Ready in New York auf der Bühne von Pinterest Presents, der jährlichen Veranstaltung für Werbetreibende. Vieles von dem, was dort angekündigt wurde, erklärt, warum die alten Pinterest-Tipps heute nicht mehr funktionieren.

Kurz gesagt: Eine veraltete Pinterest-Strategie erkennst du an Hashtags, vielen fremden Repins und immer demselben Pin für denselben Link. Heute zählen frische eigene Pins, ein erkennbarer Stil mit klarer Absicht und Zahlen wie Klicks, Anmeldungen und Verkäufe.

Das Wichtigste in Kürze

  • Pinterest versteht sich seit Pinterest Presents 2026 offiziell als Performance-Plattform. Es geht um Ergebnisse, Reichweite allein reicht nicht mehr.
  • Pinterest Intelligence liest Bilder, Stil und Absicht. Keywords bleiben wichtig, sind aber nur ein Teil des Ganzen.
  • Hashtags und massenhaft Repins bremsen dich heute eher aus.
  • Frische Pins, ein Stil, der zu dir passt, und die richtigen Kennzahlen bringen dich weiter.

Was Pinterest bei Pinterest Presents 2026 angekündigt hat

Bevor wir uns die 7 Zeichen anschauen, lohnt sich ein kurzer Blick auf die Bühne in New York. Denn dort wurde ziemlich deutlich gesagt, wohin die Reise geht: „I’m proud to say that Pinterest is now a performance platform.“, so Bill Ready, CEO von Pinterest.

Bill Ready hat erklärt, dass Pinterest lange ein guter Ort war, um bekannt zu werden. Für messbare Ergebnisse war die Plattform aus seiner Sicht weniger stark. Das hat sich geändert: Pinterest ist jetzt eine Performance-Plattform.

Ein Redner steht auf einer Bühne neben einer großen Leinwand, auf der zu lesen ist: „Pinterest ist eine Performance-Plattform“, womit eine effektive Pinterest-Strategie hervorgehoben wird.

Was heißt das für dich?

Pinterest will, dass Menschen klicken, sich anmelden und kaufen. Aufrufe ohne Klicks sind für die Plattform genauso wenig wert wie für dich. Und das ist eine gute Nachricht, weil sich deine Ziele und die Ziele von Pinterest damit decken.

Pinterest Intelligence versteht Geschmack und Absicht

Pinterest hat ein System namens Pinterest Intelligence aufgebaut. Dahinter stecken eigene Daten, visuelles Verständnis von Bildern, Empfehlungssysteme und KI-Modelle, die speziell für Pinterest gebaut wurden. Das System erkennt, wonach Menschen suchen, und kann vorhersagen, was sie als Nächstes interessieren könnte.

Die Grundlage dafür nennt Pinterest den Taste Graph. Das sind Signale aus vielen Jahren, in denen Menschen gesucht, Pins gemerkt und Pinnwände angelegt haben. Pinterest weiß also ziemlich genau, welcher Stil zu welchem Geschmack passt.

Für dich heißt das: Ein Pin mit drei Keywords auf einem beliebigen Stockfoto hat es schwerer als früher. Pinterest erkennt inzwischen, ob dein Pin zu dem Stil und der Absicht passt, die eine Person gerade sucht.

Die Zahlen, die du kennen solltest

Auf Pinterest gibt es mehr als 80 Milliarden Suchen pro Monat, und über die Hälfte davon hat einen kommerziellen Hintergrund. Über 96 Prozent der Textsuchen enthalten keinen Markennamen. Menschen tippen also Dinge wie „Ideen Herbst Outfit“ oder „bequeme Laufschuhe“ ein.

Das ist die beste Nachricht für kleine Marken! Menschen suchen auf Pinterest nach Lösungen und haben oft noch keine Marke im Kopf. Genau dort kannst du auftauchen, auch ohne großen Namen und ohne Werbebudget in Millionenhöhe.

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Pinterest ist eine Plattform, die du wieder verlassen darfst

Facebook, Instagram und vor allem TikTok haben Algorithmen, die dich möglichst lange auf der Plattform halten wollen. 

Ein Kernsatz der Pinterest Presents war frei übersetzt: Pinterest will dir einen Grund geben, offline zu gehen.

Bill Ready hat außerdem betont, dass Pinterest eine positive Plattform bleiben soll, bei der gut verbrachte Zeit im Mittelpunkt steht.

Andere Plattformen leben davon, dass du möglichst lange scrollst. Pinterest darf im Hintergrund für dich arbeiten, während du mit deinen Kindern Kekse backst oder endlich mal wieder ein Buch liest.

Pinterest setzt bewusst auf Schutz von Anfang an:

  • Accounts für Personen unter 16 Jahren sind standardmäßig privat.
  • Das Algorithmus-Design belohnt „wertvoll verbrachte Zeit“ (time well spent) statt reiner Bildschirmzeit.
  • Unterstützung für handyfreie Schulen (phone-free schools) und App-Hinweise für Schüler, nach der Schule wieder in die reale Welt zurückzukehren.
  • Bestimmte KI-Funktionen sind für Nutzer unter 18 Jahren eingeschränkt.

Auf einem Holztisch steht neben einer Tasse Kaffee ein Laptop, auf dem ein Feed zur Pinterest-Strategie angezeigt wird.

7 Zeichen, dass deine Pinterest-Strategie veraltet ist

Hier sind die 7 Zeichen, an denen ich sofort erkenne, dass ein Pinterest-Account mit den Regeln von gestern arbeitet. Und keine Sorge: Ich habe die meisten davon selbst durchgezogen.

Zeichen 1: Du setzt stark auf Gruppenboards

In deinem Profil tauchen Boards mit Namen wie „Business Tipps für Blogger DACH (bitte Regeln lesen!)“ auf. Sie haben 4.000 Mitwirkende und einen bunten Mix aus Rezepten, Yoga und Krypto.

Warum das heute bremst: Früher waren Gruppenboards der Reichweiten-Trick schlechthin. Heute verwässern sie dein Profil. Denn Pinterest versucht zu verstehen, wofür du stehst und wem es deine Pins zeigen soll. Wenn deine Pins zwischen Bananenbrot und Bitcoin hängen, wird das für den Algorithmus zum Ratespiel.

Was heute läuft: Verlasse Gruppenboards, die nicht zu deinem Thema passen, und lege eigene Boards mit klaren Namen an. Ein Board pro Thema, das deine Zielgruppe sucht, mit einem Keyword im Namen und einer kurzen Beschreibung.

Zeichen 2: Deine Pin-Beschreibungen bestehen aus Hashtags

Unter jedem Pin steht eine Reihe wie #pinterestmarketing #onlinebusiness #bloggen #erfolg #motivation.

Warum das heute bremst: Hashtags spielen auf Pinterest kaum noch eine Rolle. Außerdem verschenkst du damit den Platz, an dem du erklären könntest, was dein Pin bietet.

Was heute läuft: Schreib ganze Sätze und nutze die Macht der 800 Zeichen, die im Feld der Pin-Beschreibung möglich sind. Welches Problem hat die Person, was bekommt sie bei dir und für wen ist der Inhalt gedacht?

Zum Beispiel könntest du so einen Anfang schreiben: „Du willst mit Pinterest mehr Besucher auf deinen Blog holen? In diesem Artikel zeige ich dir 7 Zeichen einer veralteten Strategie und wie du sie Schritt für Schritt modernisierst.“

Zeichen 3: Du merkst mehr fremde Pins als eigene

Von 50 Pins in deinem Profil führen 45 auf fremde Websites.

Warum das heute bremst: Fremde Inhalte zu merken, hält dein Profil vielleicht aktuell, aber Besucher auf deiner Website bringt es dir trotzdem keine. 

Was heute läuft: Konzentriere dich auf eigene Pins, die auf deine Blogartikel, dein Freebie oder dein Angebot führen. Fremde Pins darfst du gern merken, wenn sie dir gefallen. Als Strategie brauchst du sie nicht.

Zeichen 4: Du pinnst immer denselben Pin für denselben Link

Zu jedem Blogartikel gibt es genau eine Pin-Grafik, und die pinnst du alle paar Wochen erneut auf dieselben Boards.

Warum das heute bremst: Pinterest bevorzugt frische Pins. Damit sind neue Grafiken gemeint, auch wenn sie auf denselben Link führen.

Was heute läuft: Erstelle für jeden Artikel drei bis fünf Pin-Designs mit unterschiedlichen Bildern, Titeln und Blickwinkeln. Ein Artikel über Pinterest-Fehler kann einen Pin für Einsteigerinnen bekommen, einen mit einer Zahl im Titel und einen mit einem persönlichen Foto. So erreichst du unterschiedliche Menschen mit demselben Inhalt.

Zeichen 5: Du denkst nur in Keywords

Dein Pin-Titel lautet „Pinterest Marketing Tipps Pinterest Strategie Pinterest für Business“. Darunter liegt ein Stockfoto von einem Laptop mit einer Tasse Kaffee. Ich weiß, wovon ich rede, denn ich habe ungefähr [200] dieser Laptop-Kaffee-Pins erstellt.

Warum das heute bremst: Keywords bleiben wichtig. Pinterest Intelligence liest heute aber deutlich mehr mit: das Bild, den Stil, das Produkt und die Absicht dahinter. Ein Pin, der aussieht wie alle anderen, geht in der Masse unter.

Achte auch auf die Text-Bild-Schere! Wenn du Bilder nur zur Illustration verwendest, die keinen ersichtlichen Kontext zum Thema haben, schadest du dir selbst.

Mein Lieblingsbeispiel: Ich hatte einen Pin für „Was du im Sommer pinnen solltest“ mit einer Frau mit Sonnenhut illustriert. Der Pin landete im Interesse Hüte…

Was heute läuft: Kombiniere Keywords mit einem Stil, den man wiedererkennt. Nutze eigene Fotos, deine Farben, deine Schrift und ein konkretes Versprechen. Frag dich bei jedem Pin: Für wen ist das und was will diese Person gerade erreichen?

Zeichen 6: Du misst Erfolg an Followern und monatlichen Aufrufen

Du erzählst stolz, dass dein Profil 500.000 monatliche Aufrufe hat. Auf die Frage nach den Klicks auf deine Website wird es auffallend ruhig. Oder es ist für dich nur wichtig, dass „alles grün ist“ und wenn ich frage, welche Conversion du hast, kannst du keine Antwort geben.

Warum das heute bremst: Monatliche Aufrufe sehen schön aus, bezahlen aber keine Rechnungen. Pinterest selbst misst sich inzwischen an Ergebnissen, und genau das solltest du auch tun.

Was heute läuft: Schau dir einmal im Monat diese Zahlen an: ausgehende Klicks, Klickrate, Merken, Newsletter-Anmeldungen über Pinterest und Verkäufe. Verknüpfe Pinterest außerdem mit Google Analytics, damit du siehst, was auf deiner Website passiert.

Zeichen 7: Du behandelst Pinterest wie Social Media

Du pinnst jeden Tag von Hand, wartest auf Kommentare und bist frustriert, wenn nach einer Woche nichts passiert.

Warum das heute bremst: Pinterest ist eine Such- und Entdeckungsplattform. Ein guter Pin kann noch Monate später Besucher bringen. Wer Pinterest wie Instagram behandelt, verbrennt Zeit und gibt oft zu früh auf.

Was heute läuft: Produziere deine Pins vor und plane sie mit einem Tool wie Tailwind oder dem Pin Generator. So arbeitest du einmal pro Woche oder pro Monat konzentriert an Pinterest, und den Rest der Zeit arbeitet Pinterest für dich. Für mich ist das der schönste Teil: Pinterest gibt mir Zeit zurück.

Was heute wirklich läuft: deine Pinterest-Strategie in 5 Schritten

Mit diesen fünf Schritten bringst du deinen Account auf den Stand von heute.

  1. Räum dein Profil auf. Verlasse Gruppenboards, die nicht zu deinem Thema passen. Benenne deine Boards so, wie deine Zielgruppe sucht, und ergänze kurze Beschreibungen.
  2. Erstelle pro Blogartikel drei bis fünf frische Pins. Variiere Bild, Titel und Blickwinkel. Arbeite mit Vorlagen, damit dein Stil wiedererkennbar bleibt. So schaffst du es auch einfacher täglich zu pinnen.
  3. Schreibe Pin-Texte für Menschen. Zwei bis drei Sätze mit Problem, Lösung und Zielgruppe. Die Keywords bauen sich dabei fast von selbst ein.
  4. Plane deine Pins. Ein Planungstool verteilt deine Pins gleichmäßig, und du musst nicht jeden Tag auf die Plattform.
  5. Prüfe einmal im Monat die richtigen Zahlen. Klicks, Anmeldungen und Verkäufe zeigen dir, welche Pins für dich arbeiten und davon machst du dann mehr.

Mein Tipp: Fang mit Schritt 1 an und nimm dir dafür einen Nachmittag. Du musst nicht alles an einem Tag umstellen. Pinterest belohnt Kontinuität mehr als Perfektion.

Wo Pinterest an seine Grenzen kommt

Ich liebe Pinterest. Trotzdem wäre es unfair, dir nur die Sonnenseite zu zeigen.

  • Pinterest braucht Geduld. Erste spürbare Ergebnisse siehst du oft erst nach drei bis sechs Monaten. Wer nach vier Wochen aufgibt, verpasst den Teil, in dem es richtig losgeht.
  • Ohne Website hat Pinterest kein Ziel. Deine Pins brauchen einen Ort, auf den sie verlinken können, also einen Blog, eine Landingpage oder einen Shop.
  • Manche Themen passen besser als andere. Food, Interior, DIY, Gesundheit und Business laufen sehr gut. Rein lokale Angebote wie ein Friseursalon in einem kleinen Ort haben es schwerer.
  • Pinterest ersetzt keine Positionierung. Wenn unklar ist, wofür du stehst, kann auch Pinterest Intelligence das nicht für dich herausfinden.

Häufige Fragen

Funktionieren Gruppenboards 2026 noch?
Für die meisten Accounts bringen Gruppenboards heute keine hohen Reichweiten. Ausnahmen sind kleine, thematisch sehr passende Gruppenboards, die aktiv gepflegt werden. Deine eigenen Boards sind die bessere Grundlage.

Brauche ich auf Pinterest noch Keywords?
Ja, natürlich! Keywords helfen Pinterest weiterhin, deinen Pin einzuordnen. Zusätzlich achtet Pinterest Intelligence auf Bild, Stil und Absicht. Am besten läuft die Kombination aus beidem.

Wie viele Pins sollte ich pro Woche erstellen?
Kontinuität ist wichtiger als Menge. Wichtig ist, dass du das Tempo dauerhaft halten kannst.

Was ist Pinterest Intelligence?
Pinterest Intelligence ist die KI-Grundlage von Pinterest. Sie kombiniert eigene Daten, visuelles Verständnis, Empfehlungssysteme und eigene KI-Modelle. Damit erkennt Pinterest, was Menschen suchen, welcher Stil zu ihnen passt und was sie als Nächstes interessieren könnte.

Lohnt sich Pinterest auch ohne Werbebudget?
Ja. Organische Pins können über Monate Besucher auf deine Website bringen, ohne dass du dafür bezahlst. Pinterest-Werbung kann später eine Ergänzung sein, ist für den Start aber keine Voraussetzung.

Pinterest hat sich verändert, und die Ankündigungen bei Pinterest Presents 2026 machen das recht deutlich. Die Tricks von früher kosten dich heute Zeit und bringen wenig. Frische eigene Pins, ein Stil, der zu dir passt, und ein Blick auf die richtigen Zahlen sorgen dafür, dass dein Account wächst. Und das Beste daran: Wenn dein System einmal steht, arbeitet Pinterest im Hintergrund für dich. Welches der 7 Zeichen hast du bei dir wiedererkannt?

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Ein Laptop, auf dem eine Pinterest-Seite mit einem deutschen Text-Overlay über eine veraltete Pinterest-Strategie zu sehen ist, daneben eine Tasse Kaffee.

7 Zeichen einer veralteten Pinterest-Strategie 2