
Nutzt du ChatGPT oder eine andere KI für deine Keyword-Recherche für Pinterest? Das solltest du so nicht mehr tun. Denn die KI nennt dir für ein Keyword beispielsweise ein Suchvolumen von 2.400 im Monat. Die Zahl klingt seriös und wirkt glaubwürdig.
Nur: Sie ist erfunden. Denn ChatGPT hat keinen Zugriff auf eine echte Keyword-Datenbank und rät im Zweifel einfach.
Und genau das ist das Problem, wenn du KI als Hauptwerkzeug für deine Keyword-Recherche einsetzt.
Sie klingt überzeugend, sie will dich ja auch zufriedenstellen. Überzeugend heißt aber nicht, dass es korrekt ist.
Darum eignet sich ChatGPT auch nicht als alleinige Quelle für Suchvolumina und Keyword-Recherche!
Nutze die KI für Ideen, Clustering und Content-Strukturen. Prüfe quantitative Angaben aber immer mit einem spezialisierten Keyword-Tool.
Warum ChatGPT & Co. bei deiner Keyword-Recherche versagen
Deine Keyword-Recherche entscheidet, ob dein Content auf Pinterest gefunden wird. Planst du auf einer falschen Basis, erstellst du vielleicht einen richtig guten Pin für einen Begriff, den kaum jemand sucht.
Oder du übersiehst das Keyword, das dir tatsächlich Traffic bringen würde.
Ich habe das selbst getestet: Für eine Kundin wollte ich Content zu einem Nischenthema planen. ChatGPT nannte mir ein Keyword mit angeblich hohem Volumen und wenig Konkurrenz, ein Traum-Keyword also.
Als ich es später in einem Tool geprüft habe, lag das tatsächliche Suchvolumen bei einem Bruchteil davon.
Der Pin wäre für ein Keyword optimiert gewesen, das in der Praxis kaum jemand eintippt.
Das Kernproblem ist: ChatGPT rät, statt zu messen. ChatGPT kann zwar aktuelle Webseiten durchsuchen, hat aber nicht automatisch Zugriff auf eine spezialisierte Keyword-Datenbank mit verlässlichen Suchvolumina, Klick- und Wettbewerbsdaten. (Das gilt übrigens mit Stand Juli 2026 auch für jedes andere LLM wie Claude.)
Wenn du nach konkreten Zahlen fragst, bekommst du deshalb oft eine plausible Schätzung, die auf Trainingsdaten und Sprachmustern beruht, nicht auf tatsächlichen Suchanfragen. Und das ist fatal, weil du deine Prioritäten falsch setzt.
Du investierst Zeit in Keywords mit vermeintlichem Potenzial. Begriffe mit echtem Potenzial bleiben dabei liegen, weil ChatGPT sie dir nie vorgeschlagen hat.
Was der KI für eine Keyword-Recherche konkret fehlt
Für eine belastbare Keyword-Recherche braucht man drei Dinge: ein aktuelles Suchvolumen, echte Daten und ein Bild der Suchintention hinter einem Begriff.
Bei allen dreien fehlt ChatGPT der direkte Zugriff auf eine spezialisierte Keyword-Datenbank. Gerade bei saisonalen oder schnelllebigen Themen macht sich das bemerkbar. Auch lokale Unterschiede in der Suchrealität kann die KI nicht zuverlässig abbilden, solange du ihr nicht selbst echte Daten lieferst.

Wo KI trotzdem für dich arbeiten kann
Das heißt jetzt nicht, dass ChatGPT für deine Content-Planung nutzlos ist. Beim Brainstorming ist die KI richtig gut: Themenideen sammeln, mögliche Suchintentionen durchdenken, erste Content-Fragen formulieren, Pin-Beschreibungen schreiben.
Dafür eignet sie sich hervorragend. Auch mit echten Daten als Basis wird KI zu einem hilfreichen Werkzeug.
Du kannst Suchintentionen clustern lassen, FAQs formulieren oder eine grobe Recherche in eine klare Artikelstruktur bringen. Du kannst Pin-Titel schreiben lassen, Variationen von Board-Beschreibungen erstellen und vieles mehr. Wichtig ist, dass du dabei mitdenkst.
Der Punkt ist die Reihenfolge: erst die Daten, dann die KI.
Der KI-Workflow, der bei mir funktioniert
Für deine nächste umfassende Keyword-Recherche empfehle ich dir diesen Ablauf:
- Sammle Keyword-Ideen und Interessen aus Pinterest oder dem Pin Inspector. Beide zeigen dir, wonach deine Zielgruppe tatsächlich sucht und stöbert.
- Sammle Keyword-Ideen und datenbasierte Schätzwerte aus einem etablierten SEO-Tool, zum Beispiel Ahrefs, Semrush oder Google Keyword Planner.
- Prüfe Suchvolumina, Wettbewerb und Suchintention für jedes Keyword einzeln.
- Prüfe anschließend die aktuellen Suchergebnisse: Zeigt Google hauptsächlich Ratgeber, Produktseiten, Videos oder Vergleichsartikel? Daran erkennst du, welches Format für das Keyword erwartet wird.
- Nutze ChatGPT erst danach, um die Ergebnisse zu clustern, zu strukturieren und in Content-Ideen zu übersetzen. Achte darauf, welche Wettbewerbskennzahl ein Tool anzeigt. Der Wettbewerb im Google Keyword Planner bezieht sich vor allem auf Werbetreibende und ist nicht unbedingt dasselbe wie das Ziel, organisch zu ranken.
Recherchierst du nur für Pinterest, reicht auch der Punkt 1 aus. Nimmst du dann noch die Pinterest Trends hinzu, hast du schon eine gute Übersicht.
So bekommst du eine deutlich belastbarere Entscheidungsgrundlage als durch ungeprüfte KI-Schätzungen und sparst trotzdem Zeit bei Analyse und Ideenentwicklung.
Alle Punkte ergänzen sich, wenn du sie in der richtigen Reihenfolge einsetzt.
Wann ChatGPT doch mit Keyword-Daten arbeiten kann
Wenn du ChatGPT einen Export aus dem Pin Inspector, Ahrefs, Semrush oder einem anderen Tool bereitstellst, kann er diese Daten analysieren.
Die KI misst das Suchvolumen dann nicht selbst, kann aber vorhandene Werte sortieren, clustern, vergleichen und in einen Content-Plan übersetzen.
Du kannst das natürlich auch mit Claude machen. Aktuell ist vor allem NotebookLM stark, weil du es mit Quellen fütterst und die Ergebnisse dann tatsächlich nur aus diesen Quellen kommen. Bei anderen Modellen kann es auch mit Quellen passieren, dass Dinge dazuerfunden werden.
Der typische Denkfehler mit KI
Viele nutzen ChatGPT wie eine Abkürzung und glauben, sie könnten sich die eigentliche Recherche sparen. Damit überspringen sie genau den Schritt, der über Relevanz und dann am Ende auch das Ergebnis entscheidet.
Die Folge sind schöne Texte, die aber in schwacher Sichtbarkeit resultieren, Inhalte, die gut klingen und trotzdem am Markt vorbeigehen. Dann ist nicht Pinterest schuld, sondern die Recherche war nicht sauber ausgeführt.
Key Takeaways
- ChatGPT ist stark, wenn es um das Denken mit Daten geht. Bei echten Keyword-Daten ist die KI schwach. Für Ideen, Struktur und Textarbeit kannst du sie bedenkenlos einsetzen, solange du mitdenkst.
- ChatGPT kann Keyword-Ideen entwickeln, aber Suchvolumina nicht eigenständig zuverlässig messen. Auch professionelle SEO-Tools liefern Schätzwerte und keine garantiert exakten Zahlen.
- Prüfe bei jeder Keyword-Recherche Region, Zeitraum, Suchintention und aktuelle Suchergebnisse. Nutze zuerst belastbare Daten und anschließend KI für Clustering, Struktur und Content-Ideen.
- Bewerte Themen nicht ausschließlich anhand des Suchvolumens eines einzelnen Keywords.
Häufige Fragen zur Keyword-Recherche mit KI
Kann ChatGPT (oder jede andere KI) mir überhaupt keine Keywords vorschlagen?
Doch, für erste Ideen und Themencluster eignet sich der Einsatz von KI gut. Bei konkreten Zahlen zu Suchvolumen oder Wettbewerb solltest du den Angaben aber nicht vertrauen.
Welches Tool sollte ich stattdessen für die eigentliche Recherche nutzen?
Etablierte SEO-Tools wie Ahrefs, Semrush, Sistrix oder der kostenlose Google Keyword Planner greifen auf echte Suchdaten zu. Für den Einstieg reicht oft schon ein kostenloses Tool, solange die Daten aus einer echten Quelle stammen.
Für Pinterest nutze die Pinterest-Suche direkt, die Interessensabfrage und vielleicht auch den Pin Inspector.
Warum liefert ChatGPT dann überhaupt konkrete Zahlen, wenn er sie gar nicht kennt?
Die KI ist darauf trainiert, plausible Antworten zu formulieren, nicht darauf, unsichere Angaben offenzulegen. Sie will dich um jeden Preis zufrieden stellen. (Ich hoffe, dass sich das irgendwann ändert.)
Ohne aktuelle Anbindung an eine Keyword-Datenbank bleibt eine genannte Zahl eine Schätzung, auch wenn sie präzise klingt.
Lohnt sich KI trotzdem für die Content-Planung?
Ja, aber erst nach der Datenbasis. Sobald du echte Keywords und Suchintentionen vorliegen hast, spart dir die KI viel Zeit bei Struktur, Clustering und der Formulierung von FAQs.
Und jetzt?
Schau dir dein letztes Content-Projekt an. Stammen deine Keywords aus einem echten Tool oder aus einem Chat mit ChatGPT? Wenn Letzteres der Fall ist, lohnt sich ein zweiter Blick mit echten Daten, bevor du den nächsten Content erstellst.
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