
Ich habe vor kurzem eine tiefgehende Mitbewerbsanalyse für einen großen Pinterest-Account abgeschlossen. Die Analyse hat gezeigt, wo die echten Stärken liegen, welche Inhalte wirklich zur Kernzielgruppe passen und wo sich der Account weg von seiner Kernkompetenz entfernt hat.
Die meisten, die mit Pinterest arbeiten, tun das noch so wie vor drei Jahren. Sie verwenden dieselben Begriffe, kopieren große Addounts und haben die Hoffnung, dass der Algorithmus schon irgendwie weiß, was er damit anfangen soll.
2026 reicht das nicht mehr. Denn Pinterest ist klüger geworden. Und das ist ein Unterschied, den du kennen solltest.
Pinterest 2026: Die Plattform, die niemand ernst nimmt.
(Und genau deshalb funktioniert sie.)
Kurz zum Vergleich, den viele ziehen: Pinterest ist kein Instagram.
Auf Instagram entdeckt dich jemand zufällig im Feed. Auf Pinterest sucht jemand aktiv nach einer Lösung oder Inspiration, und zwar auch dann, wenn er deinen Namen noch nie gehört hat. Das ist der Ausgangspunkt.
Und von dort aus wird es interessant. 631 Millionen Menschen (Stand 2026) suchen dort jeden Monat mit Absicht. Begriffe wie „kleines Bad Ideen“, „Homeoffice Stauraum“ oder „Korean Skincare Routine“ sind frühe Kaufsignale.
Und 96 % der Top-Suchen auf Pinterest sind nicht markenbezogen. Menschen sind dort offen für Neues, sie suchen eine Lösung, und wenn dein Content diese Lösung liefert, bist du im Rennen.
Dazu kommt etwas, worüber kaum jemand redet: kein einziger toxischer Kommentar, keine DM-Flut von Marketing-Bros, die alles besser wissen. Pinterest ist in dieser immer lauter werdenden Welt eine Oase der Ruhe und damit reine Selfcare.
Und Pinterest schickt deine Besucher aktiv zu dir weiter, auf deine Website, in deinen Shop, in dein Postfach.
Denn jeder Pin hat einen Link.
Instagram kämpft dafür, dass Menschen auf der Plattform bleiben. Pinterest bringt sie absichtlich zu dir. Das klingt nach einem kleinen Unterschied, ist in der Praxis aber der größte Hebel, den eine Plattform dir geben kann.
Die drei Algorithmus-Updates auf Pinterest, die du kennen musst
Pinterest hat 2025 drei KI-Modelle eingeführt, die die Plattform grundlegend verändert haben. Das waren technische Verbesserungen mit direkten Konsequenzen für deinen Content.
PinRec steuert jetzt die Empfehlungen. Es verarbeitet Nutzerverhalten, Bildinhalt, Text und Engagement und kann sogar zukünftiges Verhalten vorhersagen. Rankings sind seither weniger stabil, Pins haben eine kürzere Lebensdauer. Alte Dauerbrenner, die jahrelang Traffic gebracht haben, verlieren darum teilweise an Kraft.
Das ist Absicht und kein Fehler im System. Pinterest-Suchverantwortliche Kurchi Hazra hat es klar gesagt: Die Plattform will sicherstellen, dass Suchergebnisse relevant für die aktuelle Zeit sind.
Und zum Glück! Denn wer will dauernd die Frühjahrsmode von 2022 im Feed sehen, nur weil der Pin damals gut gelaufen ist?
OmniSage verbindet Daten zu Pins, Produkten und Suchanfragen in einem vernetzten System. Pinterest versteht Inhalte heute deutlich besser und kann Verbindungen zwischen Text, Bild und Nutzerverhalten herstellen, die vorher technisch nicht möglich waren.
Der Algorithmus hat deutlich mehr Datenpunkte, und weil es ein KI-Modell ist, kann er damit auch umgehen.
PinFM verfolgt Nutzeraktivitäten über längere Zeiträume und baut daraus individuelle Empfehlungen. Der sogenannte Taste Graph, also Pinterests Interesse-Algorithmus, ist 2025 um über 40 % gewachsen. Pinterest weiß damit immer präziser, wofür sich jede einzelne Person interessiert, und liefert dementsprechend personalisierten Content.
Die Konsequenz daraus: Jeder User sieht Pinterest heute komplett anders. Nischige, klare Inhalte, die eine spezifische Person ansprechen, performen besser als breiter Content, der irgendwie für alle passt.

Long-Tail-Keywords: Der einfachste Hebel, den kaum jemand nutzt
Ich sehe es immer wieder. Jemand betreibt Pinterest, pinnt fleißig, und fragt sich, warum die Reichweite nicht wächst. Dann schaue ich auf die Beschreibungen. „Pasta Rezepte.“ „Wohnzimmer Ideen.“ „Herbst Outfit.“ Und da liegt der Haken.
Pinterest hat mit den letzten Updates deutlich mehr Datenpunkte zur Verfügung. Der Algorithmus kann inzwischen spezifisch denken. Also solltest du es auch tun.
„Schnelle Pasta Rezepte für die Familie unter 20 Minuten“ trifft eine spezifische Person, die genau das sucht.
Bei diesem Begriff ist die Konkurrenz deutlich geringer als beim generischen Oberbegriff, und die Person, die darauf klickt, ist schon viel näher an einer Entscheidung.
So funktioniert das in der Praxis:
Du startest mit deinem Hauptbegriff, zum Beispiel „Minimalistische Sommer-Outfits“. Dann erweiterst du ihn mit beschreibenden Zusätzen: Stil, Größe, Saison, Material, Zielgruppe. „Minimalistische Sommer-Outfits für Teens.“ „Minimalistische Sommer-Outfits Capsule.“ Jeder dieser Begriffe spricht eine andere Person an, und Pinterest weiß das inzwischen auch.
Zwei konkrete Tools, die gratis sind und kaum jemand nutzt:
Der „Moments“-Filter in Pinterest Trends zeigt dir Keywords, die mit einem Trend-Thema verbunden sind, das Hauptkeyword aber gar nicht enthalten. So tauchst du bei saisonalen Suchanfragen mit deutlich weniger Konkurrenz auf.
Die Autovervollständigung in der Suchleiste ist unterschätzt. Wenn du anfängst zu tippen, zeigt Pinterest dir, wonach Menschen tatsächlich suchen. Das sind nicht einfach irgendwelche Vorschläge, sondern echte und häufig eingetippte Suchanfragen, die du direkt in deine Beschreibungen einfließen lassen kannst.
Keyword-Cluster statt Einzelpins: So wird Pinterest zur Pipeline
Wer irgendwas pinnt, manchmal viel, manchmal wenig, manchmal mit Keywords, manchmal ohne, und dann auf Pinterest schiebt, wenn es hakt, hat kein Pinterest-Problem.
Sondern es fehlt einfach die richtige Strategie!
Eine Keyword-Pipeline sieht so aus: Du weißt, für welches Thema du welchen Content hast. Du weißt, welche Boards diesen Content abdecken. Und du weißt, welche Keywords zusammengehören, weil sie denselben Intent haben. Was sucht jemand wirklich, wenn er diesen Begriff eingibt? Einmal aufgebaut, fängst du jeden Montag mit einer klaren Grundlage an.
Saisonalität gehört zwingend dazu. Denn auf Pinterest entstehen Trends früh. Wer Inhalte zu Zimmereinrichtung in Studentenwohnheimen, Feiertagen oder Sommertrends erst dann erstellt, wenn die Saison beginnt, ist zu spät.
Der Algorithmus belohnt Content, der genau dann auftaucht, wenn die Suchen steigen.
Und noch etwas, das oft übersehen wird: Neue URLs haben 2026 mehr Gewicht als früher. Statt alles in einen großen Sammelbeitrag zu packen, lohnt es sich, Unterthemen sauber aufzuteilen. Ein eigener Artikel zu „einfachen Herbstrezepten für Familien“ gibt Pinterest klarere Signale als ein allgemeiner Rezepte-Beitrag, in dem dieses Thema irgendwo auftaucht.

Das ist übrigens auch etwas, das Google und die KI gern haben: Wenn du eine konkrete Suchanfrage beantwortest und nicht zuerst stundenlang in der Ursuppe des Themas herumschwimmst, nur damit dein Text eine bestimmte Länge erreicht. Das hat man vielleicht 2020 so gemacht. Jetzt ist es definitiv out!
Traffic allein reicht nicht. Das zählt wirklich.
Du willst E-Mail-Abonnenten, die zu Kunden werden, Anfragen, die zu Projekten werden, Sichtbarkeit, die irgendwohin führt.
Pinterest kann das liefern, wenn die Verbindung zwischen Sichtbarkeit und Ergebnis steht. Und genau da scheitern die meisten, die es alleine herausfinden wollen. Man jagt Keywords hinterher, die mit dem Angebot und der Zielgruppe wenig zu tun haben. Man versucht, Trends zu nutzen, anstatt der Zielgruppe das zu geben, was sie wirklich sucht. Und dann funktioniert irgendwann nichts mehr.
Die Frage, die du dir stellen solltest, lautet: Spreche ich die richtigen Menschen mit der richtigen Botschaft an? Wenn du das klar beantworten kannst, ist das für fast jeden Kanal schon die halbe Miete.
Du willst Pinterest endlich zum Laufen bringen?
Ich habe zusammen mit Stefanie ein Paket zusammengestellt, das genau da ansetzt, wo die meisten stecken bleiben: beim System dahinter.
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Wie machst du das aktuell mit Pinterest? Hast du eine Keyword-Pipeline, oder läuft es noch nach Bauchgefühl? Schreib es mir gerne in die Kommentare.

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